BERGstation

Café und Tagesrestaurant im Huthpark

So schön und noch recht unentdeckt, die BERGstation. Mitten im Grünen kann man hier die Seele baumeln lassen, gut essen und Feste feiern. Es herrscht eine besondere Qualität. Irgendwie vergessen scheint der Ort, der seit wenigen Jahren (nach vollständiger und liebevoller Sanierung) das unterstreicht, was wichtig ist: einzigartige, sinnliche Erlebnisse unweit der pulsierenden Metropole am Main.

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„BERGstation.. wo ist die denn?“
Im Huthpark.
„Wo?“
Im nord-östlichen Frankfurt, zwischen Seckbacher Landstraße und dem Lohrberg, unterhalb des BGU (Unfallklinik) an der Friedberger Landstraße.  

Der ehemalige Gartenpavillon, eine von Ernst Mays Mitarbeitern entwickelte Rotunde, steht annähernd 100 Jahre an diesem Platz im Stadtteil Seckbach. Er sollte immer schon den Menschen der Region und Parkbesuchern zur Verfügung stehen. In den vergangenen 90 Jahren wurde er mehrmals umgenutzt – als Unterstand bei Witterungen, als mögliche Umkleide für den Sportunterricht von Frankfurter Schulklassen, als Betriebshof für die Parkpflege. Lange Zeit war er scheinbar vergessen und vom Verfall gezeichnet, eine Bauruine. Doch dann fand sich ein Investor und die Stadt Frankfurt ließ den Pavillon originalgetreu wieder aufbauen. Nach der vollständigen Sanierung wurde das denkmalgeschützte Gebäude als Café, Tagesrestaurant und Eventlocation „BERGstation“ eröffnet.

Seitens der Stadt Frankfurt unterstützen das Grünflächen- und Umweltamt diesen Ort, der als gastronomischer Betrieb unter anderem Parkbesucher bedienen soll. Neben den allgemeinen Öffnungszeiten finden hier private und Firmenveranstaltungen für geschlossene Gesellschaften statt.

 

Geschichte

Gartenpavillon aus der Ernst-May-Ära – ein Original aus der Bauhaus-Zeit

Der Gartenpavillon im Huthpark, in den Formen der frühen Moderne errichtet, gehört zur Frankfurter Baugeschichte der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts. Der Entwurf von 1929 stammt von Eugen Kaufmann, einem Mitarbeiter Ernst Mays im damaligen städtischen Hochbauamt.
Die denkmalgeschützte Rotunde ist nach Norden hin von einem runden Schirmdach auf schlanken Rundpfeilern und einer bastionsartigen Mauer mit Ausblick in den Park geprägt, nach Süden als zweigeschossige Stahlbetonskelettkonstruktion angelegt.

Das Cafe vor Baubeginn

 

Der Park selbst entstand 1910 bis 1913 oberhalb von Seckbach nach einem Entwurf des Frankfurter Gartenbaudirektors Carl Heicke als „Volkspark Auf der Huth“. Heute ist er Teil des Frankfurter Grüngürtels.

Nach dem ersten Weltkrieg galt es, in Frankfurt im Rahmen eines großen Investitionsprogramms Wohnmissstände in beengten, völlig überbelegten und schlecht ausgestatteten Miethäusern zu beheben. Ernst May, seinerzeit Baustadtrat und Leiter des Hochbauamtes Frankfurt, plante und baute mit seinem Team in den 5 Jahren von 1925-1930 nahezu 12.000 neue Wohnungen. Für den Stadtteil Seckbach entwickelte er 1928 den „Bebauungsplan Seckbach“. Dieser sah vor, mit der Rotbuschsiedlung am Bornheimer Hang, unmittelbar an den Huthpark angrenzend, ein neues Wohngebiet für stark wachsende breite Bevölkerungsschichten in Frankfurts Osten zu schaffen. Für die Bewohner sollte der nahe gelegene Huthpark Erholung und sportlichen Ausgleich bieten.

Angelegt war der offene Pavillon ursprünglich als Unterstand bei widrigen Witterungsverhältnissen. Die Ausstattung mit Duschen war für Sportler und für Frankfurter Schulklassen nach dem Sportunterricht im Park gedacht.

Die als Sportlertreff geplante Rotunde aus Ernst May‘s Bebauungsplan für Seckbach wurde jedoch nicht mehr rechtskräftig. Sein Entwurf dieser Wohnsiedlung angesichts der Weltwirtschaftskrise und der politischen Umbrüche wurden nie realisiert. Anstelle dessen entstand erst in den 1960er/1970er Jahren die Planung für die heutige Atzelbergsiedlung.

Ein bauliches Pendant aus der gleichen Zeit steht übrigens in Frankfurt-Rödelheim: der Pavillon im Brentanopark. Auch der Pavillon im Ostpark stammt aus der Zeit des „Neuen Frankfurt“.

Zwischennutzung als Betriebshof und anschließender Verfall

Das denkmalgeschützte architektonische Kleinod, bekannt auch als „Rondell im Huthpark“, stand viele Jahre leer und war dem Verfall preisgegeben. In den 1980er Jahren betrieb das Grünflächenamt auf dem städtischen Grundstück seinen Betriebshof für die Parkpflege. Nach Aufgabe auch dieser Nutzung führte der einst charmante Bau ein klägliches Dasein als Bauruine. Wegen erheblicher Schäden durch Wassereinbruch, Vandalismus, Graffitis und Feuer schien zunächst der Abbruch unausweichlich.

Die Bauphase

Erst als sich um Frau Chris Mühl Investoren für die Nutzung als Café fanden, und mit der Verglasung der Rotunde eine denkmalgerechte Lösung zur Schaffung eines geschlossenen Gastraums gefunden wurde, konnte der Bau mit erheblichem Aufwand gerettet und renoviert werden. Nach Vorgabe des Denkmalschutzes konnten keine Anbauten an das historische Rondell vorgenommen werden, damit der Charakter der Anlage gewahrt bleibt. Bauaufgabe war also, auf der vorhandenen knappen Fläche eine komplett neue Nutzung inklusive einer Gastronomieküche unterzubringen. Die Bastionsmauern blieben weitgehend erhalten, der bauzeitliche Putz wurde restauriert und, wo erforderlich, fachgerecht ergänzt.

Das Mauerwerk hat eine moderne Wärmedämmung und Fußbodenheizung erhalten, eine neue Dachabdichtung und die komplett erneuerte Haustechnik runden die aufwändigen Sanierungsarbeiten ab. Die Restaurierung erfolgte nach einer Planung des Frankfurter Architekten D.W. Dreysse im Auftrag des Grünflächenamtes. In Zusammenarbeit mit dem Hochbauamt Frankfurt ist nun im denkmalgeschützten Rundbau ein ganzjährig nutzbares Parkcafé entstanden.

Neue Aufenthaltsqualität im Huthpark dank Café

Die im Juni 2010 begonnenen Arbeiten des Hochbauamtes wurden nach rund 1,5-jähriger Bauzeit termingerecht abgeschlossen.  2012 konnte der neue Pächter mit den Innenausbauarbeiten „starten“. Nach dem Entwurf des Frankfurter Architekten D.W. Dreysse steht nun eine ganzjährige Gastronomie für den Besucheransturm bereit.